Geschichte


Man schrieb den März 1931.
1931
Elf „Burschen“ des Katholischen Burschenvereins Winklarn griffen die Idee von Pfarrer Schmalzl auf und begannen mit Freude und Energie die verschiedenen, für die Harmonie einer Blaskapelle erforderlichen Instrumente zu lernen. Ausgebildet wurde jeder Einzelne zuerst von Josef Kunschir, dem Großvater des heutigen Vorsitzenden. Josef Kunschir war Militärmusiker im 1. Weltkrieg und konnte so reiche Erfahrungen einbringen. Als Problem stellte sich allerdings die Beschaffung von einigermaßen tauglichen Blechblasinstrumenten dar. Neue Instrumente waren quasi unerschwinglich. Jeder musste große Opfer bringen, aber wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Weg. Komplett war die Besetzung aber erst nach der Rückkehr von Eduard Kunschir (sen.) von seinem Arbeitsplatz in Köln in die Heimat. Er hatte dort bereits in einer Musikkapelle mitgespielt und war stolzer Besitzer eines Basses, der in der heimatlichen Kapelle noch dringend benötigt wurde. Nun wurde täglich (!) beim „Draxler“ geprobt. Die Noten wurden von benachbarten Blaskapellen ausgeliehen und sämtliche von Eduard Kunschir per Feder abgeschrieben. Bereits nach kurzer Zeit konnte unter seiner Leitung der erste Auftritt im Vereinslokal des Burschenvereins, dem Gasthaus Spichtinger, gewagt werden. In Winklarn konnte man nun auf eine örtliche Blaskapelle zurückgreifen, die alle kirchlichen und weltlichen Fest sowie alle freudigen und traurigen Anlässe feierlicht umrahmte.


Abrupt unterbrochen wurde das Fortwirken der Blaskapelle bei Beginn des 2. Weltkrieges, der nahezu alle Mitglieder zum Dienst an den Waffen verpflichtete. In den Kreis der Freunde konnten Johann Turban, Josef Schöberl und Josef Kunschir (jun.) nicht mehr zurückkehren. Das Wiedererklingen der neuen Kirchenglocken im Jahr 1948 stellte auch den Wiederbeginn der Blaskapelle Kunschir dar.
1956
Die Leitung wurde nun von Adolf Kunschir übernommen, der aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen als Berufsmusiker in einem Militärmusikkorps dazu wie geschaffen war. Seit dieser Zeit stand Adolf Kunschir, der bereits 1931 zu den Gründungsmitgliedern gehörte, ununterbrochen als Kapellmeister an der Spitze der Winklarner Blaskapelle. 73 Jahre Mitglied, davon über 45 Jahre als Kapellmeister an vorderster Front, das allein spricht für sich! Über Jahrzehnte geprägt wurde das Bild und das Wirken der Winklarner Blaskapelle von einem Mann, dessen Name untrennbar mit der Geschichte der Kapelle verbunden ist: 1931 Gründungsmitglied und jüngster Musiker in der Kapelle, von 1945 – 1993 als Kapellmeister an vorderster Front. Bei keiner Probe, bei keinem Einsatz gefehlt, was sicher nicht immer leicht fiel! Jeder weiß, wer gemeint ist, jeder kennt seinen Namen. Adolf Kunschir hat die Geschichte der Winklarner Blaskapelle entscheidend mitgestaltet. Ihm gebührt großer Dank und höchste Anerkennung. Für diese außerordentliche Leistung wurde er Pfingsten 1996 zum Ehrenkapellmeister ernannt. Leider wurde Adolf Kunschir im Februar 2004 in die Ewigkeit heimgerufen. Gerne hätten wir unser 75-jähriges Jubiläum zusammen mit ihm gefeiert. Ihm, der seinen Einsatz als Musiker immer als uneigennützigen Dienst an der Allgemeinheit sah, sei an dieser Stelle nochmals ein herzliches „Vergelt’s Gott“ nachgerufen.


1986



Bis Anfang der Siebziger Jahre konnte so die musikalische Umrahmung der örtlichen Festlichkeiten gewährleistet werden. Bedingt durch berufliche und andere Gründe sank allerdings ab diesem Zeitpunkt die Zahl der aktiven Mitglieder rapide ab. Die Ausbildung junger Nachwuchsmusiker war dringend geboten. Eduard Kunschir sen. nahm sich mit Leib uns Seele dieser wichtigen Aufgabe an und konnte so den Fortbestand der Blaskapelle bis Anfang der 90er Jahre sicherstellen.






1991



Bis 1975 bestand die Kapelle nur aus männlichen Musikern. Inzwischen bereichern mehr als die Hälfte Damen nicht nur musikalisch sondern auch optisch das Erscheinungsbild. Seit November 1990 konnten wieder zahlreiche Buben und Mädchen für die Ausbildung an Blasinstrumenten gewonnen werden.











1991
Die Saat einer intensiven musikalisch Ausbildung begann zu sprießen und erste Früchte zu tragen. 37 aktive Musiker und Musikerinnen gaben ihr Bestes. Um die Zukunft der Kapelle sollte uns später deshalb nicht bange sein. Aber nicht nur auf musikalischen Gebiet galt es Mitte der 90er Jahre den Musikverein auf Vordermann zu bringen, Aufgrund der beschriebenen Entwicklung und der Planungen für die Zukunft mußte auch die Vereinsorganisation auf mehr Schultern verteilt werden, als es bisher der Fall war. Vielfach wurde an die Vereinsführung auch der Wunsch herangetragen, nicht nur aktive, sondern auch fördernde Mitglieder aufzunehmen. Spätestens nach der Entscheidung, eine neuer Trachtenbekleidung für die aktiven Mitglieder anzuschaffen, war dies auch aus finanziellen Gründen geboten. So wurde die erste ordentliche Generalversammlung am 23. Februar 1996 abgehalten. Unter den fördernden Mitgliedern befinden sich auch unsere zwei Ehrenmitglieder, 1. Bgm. Hans Sailer und 2. Bgm. Hans Bock, die anlässlich des Heimatfestes 1991 aufgrund ihrer großen Verdienste zu Ehrenmitgliedern ernannt worden waren. Anläßlich der genannten Generalversammlung wurde eine Satzung sowie die Eintragung des Vereins ins Vereinsregister beschlossen. Eine zehnköpfige Vorstandschaft wurde gewählt. Der Name des Vereins wurde entsprechend der langjährigen Tradition auf „Blaskapelle Kunschir Winklarn e. V.“ festgelegt. Die Gemeinnützigkeit des Vereins ist bestätigt.


1991



Der Fortbestand und die Weiterentwicklung einer Musikkapelle kann in der heutigen, sehr schnelllebigen Zeit nur durch eine ständige Nachwuchsarbeit sichergestellt werden. Dieser Tatsache kann und will sich auch unsere Winklarner Blaskapelle nicht verschließen. Unser Ziel ist es, dem Markt und der Pfarrei Winklarn für alle kirchlichen und weltlichen, für alle freudigen und traurigen Anlässe auch in Zukunft eine musikalische Umrahmung durch die Blaskapelle zu erhalten und so dem Gemeindeleben eine kleine Bereicherung zu sein.









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